Epstein-Akten und Managementqualität
Sehr geehrte Privatanleger,
wenn man in die Epstein-Akten einsteigt, offenbart sich einmal mehr ein erschütterndes Ausmaß an Verderbtheit und Korruption. Ich habe schon etliche Menschen getroffen, die mir gesagt haben „ich schaue mir das nicht an“ – und ich kann es verstehen. Ich greife hier nur einen Fall auf, der direkte Relevanz für unseren Investmentansatz hat.
Epstein, Hermès und die Frage nach der Integrität
Es geht um die Integrität des Managements. Und unser Investment in Hermès. Wir halten im Max Otte Multiple Opportunities Fund eine kleine Position von Hermès (unter 1 %). Die Aktie war zu dem Zeitpunkt, als wir kauften, recht teuer, aber es war ein Einstieg in ein Dauerinvestment. Im Falle einer größeren Korrektur kaufen wir vielleicht nach.
Jeffrey Epstein versuchte bereits 2012 den CEO von Hermès, Axel Dumas, in sein Netzwerk zu ziehen, als Epstein Hermès bat, das Interieur seines Privatjets zu gestalten. Hermès lehnte ab. Im März 2013 erschien Epstein unangekündigt zu einem Gruppenbesuch in einem Hermès-Atelier in Pantin (bei Paris).
Epstein war nicht auf der Gästeliste und schloss sich einer Gruppe um den Regisseur Woody Allen und dessen Frau an. Dumas traf Epstein dort kurz, es wurde ein Foto gemacht. Aber Dumas betonte später, dass Epstein bereits einen „verabscheuungswürdigen Ruf“ hatte und er misstrauisch war, insbesondere im Kontext des damaligen Kampfes gegen eine mögliche Übernahme durch LVMH.
LVMH baute damals Anteile an Hermès auf und Epstein versuchte während dieses Übernahmekonflikts Einfluss auf die Hermès-Führung zu gewinnen. Danach versuchte Epstein über E-Mails an Dumas‘ Assistentin in den Jahren 2013 und 2014 dreimal ein Treffen mit Dumas zu vereinbaren. Dumas lehnte jedes Mal ab, oft mit Verweisen auf Terminprobleme wie „prior engagement“ oder „tight agenda“. Dumas beschrieb Epstein als „finanzielles Raubtier“ und glaubte, dass Epstein ihn als jungen CEO während der LVMH-Krise als Ziel auserkoren hatte.
Als es so nichts wurde, nahm Epstein 2016 an einer Charity-Auktion auf der Plattform „CharityBuzz“ teil und gewann ein Los von Hermès über ein Workshop-Internship (Praktikum) im Unternehmen. Als Hermès erfuhr, dass Epstein der Gewinner war, weigerte sich das Unternehmen, das Praktikum zu gewähren, und entschädigte die Wohltätigkeitsorganisation mit einem gleichwertigen Betrag, um die Spende effektiv „zurückzugeben“. Dies geschah direkt nach dem Auktionsgewinn.
Warum Management-Integrität besonders für uns zählt
Es ist uns sehr wichtig, in Unternehmen mit integrem Management zu investieren. Axel Dumas zeigt, wie es geht.
Ein Zitat von Warren Buffett unterstreicht das: „Um Erfolg zu haben, brauchen Sie Intelligenz, Ehrgeiz und Integrität. Ohne Integrität werden Intelligenz und Ehrgeiz Sie umbringen.“
In diesem Zusammenhang ist mir wichtig, zu betonen, dass Bill Gates bei unserem Dauerinvestment Microsoft schon lange keine Rolle mehr spielt und weniger als 2 % an dem Unternehmen hält. Laut den Akten soll Gates Epstein um ein Antibiotikum gebeten haben, das er seiner Frau unterjubeln wollte, weil er sich bei einer jungen russischen Frau eine Geschlechtskrankheit zugezogen habe.
Gut, dass Gates trotz seiner Verdienste in den ersten Jahren bei Microsoft nicht mehr dabei ist. Am 28. Januar meldete das Unternehmen glänzende Zahlen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 um 17 %, der operative Gewinn legte 21 % zu und das Nettoergebnis 60%.
Wenn Gates übrigens seine Anteile gehalten hätte, statt misanthropische Impf-Experimente zu finanzieren, wäre er heute noch reicher.
Wir behandeln Microsoft als Dauerinvestment. Der Innere Wert bleibt auf Basis der aktuellen 12-Monatszahlen bei 400,00 USD bestätigt. Mit 398,46 USD notiert die Aktie derzeit an der Börse Nasdaq. Der Preis ist somit fair.
Auf gute Investments!

Ihr Prof. Dr. Max Otte
Dieser Text ist eine gekürzte Version der Kolumne aus Ausgabe 7/2026 des Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor vom 20.2.2026.
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