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Massive Inflation – U.S. Verbraucherpreise steigen um 7,9%

Allgemein

Als Stefan Riße 2009 sein Buch „Die Inflation kommt“ veröffentlichte, war es vielleicht etwas früh. Seit der Eurokrise warne auch ich davor, dass die Inflation unvermeidlich ist. Nun meldet die Tagesschau, dass die Inflation in den USA bei 7,9% liegt. Das ist brutal hoch – der höchste Stand seit 40 Jahren. Bei dieser Inflationsrate halbiert sich Ihr Vermögen ca. alle neun Jahre.

Mitte der 70er Jahre stieg der Verbraucherpreisindex in den USA kurzzeitig auch mal um 12%, Anfang der 80er sogar um 14%. Und dann begann die Ära sinkender Zinsen und Inflationsraten. Ihren niedrigsten Stand seit 50 Jahren hatte die US-Inflation Ende 2013. Allerdings sind das offizielle Zahlen, die die geänderten und tendenziell beschönigenden Berechnungsmethoden nicht berücksichtigen.

In Deutschland liegt die Inflationsrate im Februar bei leicht über 5 % – auch das ist eine sehr hohe Zahl für Deutschland, wo die Zahlen traditionell etwas unter denen der angelsächsischen Länder liegen. 5 % war die durchschnittliche Inflationsrate der stagflationsgeplagten 70er Jahre. Nur dreimal wurde diese Zahl in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland übertroffen oder erreicht: während des ersten Ölpreisschocks 1973 stieg die Inflation kurzzeitig auf 7 %, nach dem zweiten Ölpreisschock 1979 auf gut 6 % und nach der Wiedervereinigung ebenfalls kurz auf 5 %:

Einzelne Warengruppen wie Nahrungsmittel und Energie trifft es noch härter. Für die Lebensmittelpreise erwartet das ifo-Institut einen Anstieg von 7%. Die Preise für Speiseöl haben sich teilweise verdoppelt. Daran ist auch der Krieg schuld: die Ukraine hat mit die fruchtbarsten Böden der Welt und ist ein großer Exporteur von Agrarprodukten. Bei den Discountern werden die Produkte knapp. Aldi Süd soll eine Obergrenze von vier Flaschen je Einkauf gesetzt haben.

Jetzt ist auch die sogenannte Ketchup-Inflation da: von negativen Werten Ende 2020 in gut einem Jahr auf über 5%:

Und dass die Inflation weiter hoch bleiben wird, daran gibt es wohl wenig Zweifel. Sollte Deutschland und auch noch ein Energieembargo für russisches Öl und russisches Erdgas erlassen, wird es zu einem weiteren massiven Inflationsschub kommen. Bereits jetzt hat sich der Erdgaspreis seit Juni 2021 verdreifacht, Rohöl der Marke Brent seit April 2021 vervierfacht. In etlichen Bereichen „driftet Deutschland in die Versorgungslücke“, wie es die WELT schreibt.

In Frankreich gab es schon vor dem Ukrainekonflikt regelrechte Baguettekriege. Auf einem Werbe-Plakat forderte die Supermarktkette Leclerc bereits im Januar, dass der Preis für dieses „Symbol Frankreichs“ verteidigt werden müsse – koste es, was es wolle.

Der Krieg in der Ukraine beschleunigt diese Entwicklungen. Es ist natürlich bequem, die Inflation nun auf den Krieg zu schieben. Ich las einen offiziellen Tweet von US-Präsident Joe Biden, in dem er Vladimir Putin die Schuld an der Inflation in die Schuhe schiebt:

Das ist nun doch etwas einfach. Sicher heizt er durch den begonnenen Krieg die Inflation weiter an, aber die Inflation stieg schon zuvor an und die Ursachen dafür liegen ganz woanders: in der hyperexpansiven Politik der Notenbanken des Westens, die ich und andere seit Jahren kritisieren.

Die Inflation, die nun auch gerade von Politikern der regierenden Parteien kleingeredet wird – vorne dabei die angeblich „sozialen“ Parteien –, trifft vor allen die Mittelschicht und einkommensschwache Menschen. Inflation ist ein soziales Problem, wie auch Hans-Werner Sinn immer wieder betont.

  • Die Ausgaben für die Lebenshaltung machen bei einkommensschwächeren Menschen einen größeren Teil der Gesamtausgaben aus.
  • Insbesondere Lebensmittel- und Energiepreise sowie Mieten steigen stark.
  • Geldvermögen werden entwertet.
  • Vermögende hingegen können sich verschulden und Sachwerte erwerben. Auch die Private-Equity-Branche funktioniert nach diesem Prinzip.

Als Investoren können wir der Inflation gut trotzen, wenn wir Aktien der richtigen Unternehmen haben. Die Unternehmen sollten Preissetzungsmacht haben, die Lieferanten der Unternehmen hingegen nicht. In dieser Hinsicht sieht es zum Beispiel bei BigTech immer noch gut aus.

Die Volatilität ist derzeit sehr hoch. In den letzten Tagen konnten wir etliche Chancen an den Börsen nutzen. Kleine Wachstumsunternehmen sind massiv von ihren Hochs gefallen, zum Teil haben sie sich gedrittelt oder geviertelt. Auch die BigTechs haben teilweise etwas korrigiert, nur um dann schnell wieder zu steigen. Als Amazon (WKN: 906866) zum Beispiel einen Aktiensplitt ankündigte, schoss die Aktie zwischenzeitlich um ungefähr 10 % nach oben.

In unseren Fonds verfolgen wir eine 4-Säulen-Strategie: 1. BigTech, 2. kleinere Wachstumswerte, 3. Edelmetalle und 4. Rohstofftitel.

Bereits in der Vergangenheit sind wir aus jedem Börsencrash gestärkt herausgekommen. Ich sehe keinen Grund, anzunehmen, dass es diesmal anders sein wird.


Von Prof. Dr. Max Otte

7. April 2022
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