Was bringen Dividenden? So erkennen Sie den Unterschied zwischen gutem und schlechtem Kapitalmanagement

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„Dividenden sind die neuen Zinsen“, hieß es noch vor einiger Zeit. Während der Niedrigzinsphase erschien es für Privatinvestoren in der Tat verlockend, von Anleihen und Zinsprodukten in Aktien mit einer hohen Dividendenrendite umzuschichten.

Allerdings ist ein wesentlicher Unterschied zu beachten: Während auf Zinszahlungen ein rechtlicher Anspruch besteht, gibt es diesen bei Dividenden nicht. Je nach wirtschaftlicher Lage kann die Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft entscheiden, die Dividenden zu erhöhen, zu kürzen – oder sogar ganz ausfallen zu lassen.

Grundsätzlich sind Dividenden attraktiv. Sie zeigen, dass ein Unternehmen die Interessen der Investoren im Blick hat. Auf der anderen Seite sind sie mit Vorsicht zu genießen. Denn Dividendenzahlungen sind nur dann langfristig rentabel, wenn hinter ihnen ein nachhaltiges Kapitalmanagement steht. Die Ausschüttungen dürfen nicht an der Substanz des Unternehmens zehren. Hier erfahren Sie, wie Sie gute Dividendenzahler von schlechten unterscheiden.

Mit Dividenden erhalten Sie direkt einen Teil des Unternehmensgewinns

Wenn Sie eine Aktie eines Unternehmens besitzen, sind Sie dividendenberechtigt. Sie erhalten einen Teil des nachsteuerlichen Gewinns direkt ausbezahlt.

In Deutschland werden Dividenden einmal pro Jahr gezahlt, amerikanische Unternehmen teilen die Dividende in vier Quartalszahlungen aus.

Wie hoch die Dividende ausfällt, wird bei der Jahreshauptversammlung von der Mehrheit der Anteilseigner festgelegt – meist auf Vorschlag des Managements.

Die Dividendenrendite gibt Einblick in die relative Höhe der Dividende. Dazu wird der aktuelle Kurs durch die Höhe der Dividendenzahlung im letzten Jahr geteilt. Hier ein Beispiel:

Laut aktuellem Stand (September 2023) zahlte Exxon Mobil innerhalb der letzten 12 Monate Dividende in Höhe von insgesamt 3,42 EUR pro Aktie. Beim aktuellen Kurs von 109,50 EUR entspricht dies einer Dividendenrendite von 3,12%. Für die Berechnung der Dividendenrendite teilt man die Dividende durch den Aktienkurs. Im Fall von Exxon Mobil lautet die Formel also: 3,42 EUR ÷ 109,50 EUR * 100 = 3,12%.

Sie würden also – zunächst unabhängig von der Kursentwicklung – auf ein aktuelles Investment von 10.000 EUR in Exxon Mobil jedes Jahr eine Dividende von 312 EUR (vor Steuern) erhalten. Vorausgesetzt natürlich, die Dividende bleibt auf dem gleichen Niveau. Und genau hier gilt es, genauer hinzusehen.

Dividenden passen sich der fundamentalen Entwicklung eines Unternehmens an

Die Dividendenrendite führt bei Privatinvestoren immer wieder zu Trugschlüssen. Der Investmentfehler besteht darin, dass einfach nach Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite gesucht wird, ohne das dahinterstehende Kapitalmanagement zu analysieren.

Zunächst ist zu bedenken, dass der aktuelle Kurs mit der bereits gezahlten Dividende verrechnet wird. Unternehmen, deren Kurs im aktuellen Jahr eingebrochen ist, haben automatisch eine höhere Dividendenrendite.

Doch es ist alles andere als garantiert, dass in einem solchen Fall die Dividende in derselben Höhe weiter ausgezahlt wird. Es ist keine Seltenheit, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Dividenden zuerst gekürzt werden.

Ein Beispiel dafür ist die deutsche LEG Immobilien AG. Der Wohnungskonzern war über die letzten Jahre hinweg ein verlässlicher Dividendenzahler. In der Phase des Immobilienbooms stieg der Kurs auf bis zu 136 EUR, währenddessen steigerte LEG kontinuierlich seine Ausschüttungen:

Bis zur Streichung im Jahr 2023 zahlte LEG Immobilien noch verlässlich Dividende, Bild: Screenshot aktienfinder.net

Im vergangenen Jahr geriet die Immobilienwirtschaft durch die Zinswende jedoch massiv unter Druck. Der Kurs krachte vom Hoch bei 136 EUR auf unter 50 EUR herunter. Rechnerisch hatte LEG damit eine satte Dividendenrendite von etwa 8%. Doch diese Kennzahl bringt den Investoren aktuell rein gar nichts: 2023 strich LEG seine Dividende komplett. Und bis auf Weiteres wird dies auch so bleiben.

Wie Manager Investoren mit zu hohen Dividenden blenden

Sie sollten eine Dividendenzahlung als Investition verstehen: Ein Unternehmen investiert damit in das Vertrauen der Aktionäre. Außerdem soll die Dividende einen Beweis für die intakte Liquidität des Unternehmens liefern. Es zeigt damit, dass es mehr Gewinne erzielt, als es in die laufende Geschäftstätigkeit investieren muss.

Ob das aber wirklich so ist, wird erst im Blick auf die Unternehmenszahlen deutlich. Auf zwei Kennzahlen müssen Sie besonders achten: erstens die Nettoliquidität (bzw. Nettoverschuldung) und zweitens den Free Cashflow.

Wenn ein Unternehmen hohe Schulden hat, aber trotzdem Dividenden ausschüttet, ist das nicht nachhaltig. Es wäre sinnvoller, die Gewinne zu verwenden, um Schulden zu tilgen. Dasselbe gilt für einen niedrigen Free Cashflow. Im Unternehmen darf kein Liquiditätsengpass bestehen. Es wäre auch hier besser, keine Dividenden auszuschütten und die Gewinne im Unternehmen zu halten.

Ein Grund, weshalb einige Unternehmen am Markt diese Regeln missachten, ist häufig das Management. Statt die Gewinne sinnvoll im eigenen Unternehmen anzulegen, werden Gewinne zur „Kurspflege“ ausgeschüttet. Das Management will damit Investoren an Land ziehen, die vor allem auf eine hohe Ausschüttung achten. Diese Strategie ist kurzfristig – für das Unternehmen wie für die Investoren –, aber viele Manager denken leider auch nur kurzfristig an ihre Bonuszahlungen.

Nachhaltige Dividenden sind gute Dividenden

Für uns sind Dividenden daher nur attraktiv, wenn das gesamte Unternehmen die strengen Kriterien der Königsanalyse® besteht. Dazu gehören unter anderem ausreichende Nettoliquidität, ein stabiler Cashflow und ein umsichtiges, langfristig orientiertes Management.

Die Max Otte Fonds bieten Ihnen als Service an, die besten Aktien für Ihr Depot zu finden. Sie können die Fonds ganz einfach über eine Wertpapierorder bei Ihrer Depotbank zeichnen. Möchten Sie sich genauer informieren, steht Ihnen Herr Philipp Schäferhoff jederzeit für ein unverbindliches Gespräch zur Verfügung:

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